
Worte sind nicht neutral. Worte sind Werkzeuge. Sie können hart, kantig und ungeschönt sein – oder weichgewaschen, glänzend und fast schon einladend klingen. Nehmen wir ein Beispiel:
„Kunstledersitze“ – klingt billig, nach Plastik und nach der letzten Rabattaktion im Baumarkt. Sagen wir aber „vegane Sitze“, dann wird plötzlich eine moralische Ebene aufgemacht. Nachhaltig, modern, fast schon ein Lifestyle-Statement. Gleicher Sitz. Andere Story.
Genau darum geht’s.
Niemand sagt mehr „Rauswurf“. Das klingt nach Drama. Heute heißt das Restrukturierung. Klingt viel professioneller, fast wie ein Upgrade.
„Folter“? Brutal. Erweitertes Verhör? Klingt wie ein Workshop mit etwas zu viel Druck.
„Massenüberwachung“? Orwell. Sicherheitsmaßnahme? Klingt wie Fürsorge.
„Analogkäse“ war einmal ein Aufreger auf den Titelseiten – Veganer Käse ist ist hipp, klingt gesund und nachhaltig
Das Spiel ist simpel: Worte verschieben Wahrnehmung. Und Wahrnehmung verändert Verhalten.
Bei einem „30“ Schild reagiert bei weitem nicht jeder. Bei „Vorsicht – spielende Katzenkinder“ schon eher.
Wir leben in einer Welt, in der Framing oft wichtiger ist als die nackte Wahrheit. Ob im Marketing, in der Politik oder im ganz normalen Gespräch die Verpackung ist Teil der Botschaft. Merksatz: Nicht nur was erzählt wird, entscheidet über die Wirkung. Sondern vor allem wie es erzählt wird.
🔴 Aber, was machst du jetzt mit diesem Wissen?
- Marketing – du kannst so gut wie alles verkaufen, wenn du die Perspektive und das Wording änderst
- Selbstverteidigung – Jetzt, wo du weißt wie es funktioniert, hast du ein Bewusstsein dafür, wenn jemand deine Wahrnehmung manipuliert
- Selbstoptimierung – Du kannst dich selbst damit manipulieren. Wenn du deinen Körper als Tempel deiner Seele definierst, fütterst und behandelst du ihn anders, als wenn es nur eine vergängliche, fleischliche Last ist richtig? Da fallen dir sicher noch mehr Beispiele ein, oder?